Zwischenfälle geschrieben von Karin M. Krischanitz - Thomas Krumpholz - Stefan Nöbauer

Eine Frage der Haltung

Ein Seminar im Kontext von Führung und Organisation
mit Karin Michaela Krischanitz M.A.
und Mag. Matthias Schüchner, MAS
19.+20. April 2018 - Kardinal König Haus - 1130 Wien

Frage der Haltung
„Wenn in meinem Team Mitarbeiter/innen dabei sind, die nicht die entsprechende Haltung mitbringen, dann arten pädagogische Prozesse regelmäßig zu unauflösbaren Machtkämpfen zwischen Kindern und Sozialpädagog/innen aus!“
(eine pädagogische Leiterin)

„Ob auf einer Demenzstation ein Klima der Professionalität, aber auch des Wohlfühlens und der Geborgenheit herrscht, hängt in erster Linie mit der Haltung meines Personals zusammen.“
(eine Pflegedienstleiterin)

Diese Zitate illustrieren, dass im Feld der Sozial- und Gesundheitsberufe immer öfter über Haltung gesprochen wird. Qualitätsmanagement-Instrumente und Management-Techniken sind weit verbreitet, deren Anwendung ist zu einer gewissen Selbstverständlichkeit geworden. Nun scheint es eine wichtige Aufgabe in sozialen Organisationen geworden zu sein, auf die ‚richtige‘ Haltung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu achten.
Wie gehen wir mit dieser Aufgabe um? Was meinen wir, wenn wir über Haltungen sprechen? Wie können wir sie in Organisationen, in Teams, in Führungsprozessen angemessen thematisieren? Was an Haltungen können wir verändern, beeinflussen und steuern? Wie lässt sich eine bestimmte Haltung kultivieren ohne dogmatisch auf Menschen einzuwirken?
Das zweitägige Seminar präsentiert Antworten auf diese Fragen. Es unterstützt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei, zu einer Sprache über Haltung zu finden, es stellt Analyseinstrumente für haltungsbezogene Themen vor und hilft dabei, Interventionen und Entscheidungen gut vorzubereiten und zu begründen.

Online-Anmeldung

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Wenn Führungskräfte mehr über ihre Gedanken sprechen würden

Arne Storm in der Zeit vom 21. Dezember 2016: Die Deutsche Bank sitzt auf einem Billionen-Berg komplizierter Papiere. Wie bedrohlich ist das?

"Am Ende, nach fast zwei Stunden Gespräch, kommt Stuart Lewis kurz ins Grübeln. Hätte er, der Risikovorstand der Deutschen Bank, eher reden sollen? Würde das Geldhaus dann heute weniger als Gefahr für die Finanzwelt gelten? 'Fast alle Risikomanager sind ihrer Natur nach introvertiert und vermeiden die Öffentlichkeit. Ich gehörte dazu', sagt der Brite beim Treffen in der Vorstandsetage hoch über Frankfurt. Aber: 'Ich weiß nicht, ob es einen großen Unterschied gemacht hätte'."

Schaurige Vorstellung. Ein Manager alleine mit dem Risiko. Und die anderen VorstandskollegInnen vertrauen darauf, dass er seiner Natur nach das Risiko managt. Im Dialog mit sich selbst. Geht ja nur um einen Billionen-Berg.

Nachlese - Woche der Wirksamkeit

Mehr als 600 Menschen haben an der Veranstaltungswoche zu Leadership und Wandel teilgenommen. Vorträge, Workshops, kontemplative Einheiten und Konzerte bildeten ein Ensemble an Impulsen zum Nachdenken über Wirksamkeit. Viele neue Kontakte sind entstanden, neue Sichtweisen haben sich aufgetan – Lernen im besten Sinn!

Videos der Keynotes

In Kooperation mit dem ORF stellt das Kardinal König Haus alle Keynotes der Vormittage als Videos zur Verfügung. Karin Michaela Krischanitz konnte ein Interview mit Franz Schuh führen - hier der Link direkt zum Video.


Abendvorträge zum Nachhören

Die Abendvorträge sind zum Nachhören auf der Kardinal König Haus Webseite zu finden.

Lust auf qualitative Forschung

eine Einführung in die Praxis von Georg Zepke

Wer qualitativ forscht, ohne Methodik und Auswertung selbst zum Studienobjekt machen zu wollen, findet in dieser Einführung eine nützliche Handreichung. Vom idealtypischen Ablauf qualitativer Forschung über einen gut brauchbaren Leitfaden für ein Interview im Rahmen einer Projektevaluierung bis hin zu Prinzipien und Techniken zum Führen von Interviews gibt es viele praktische Tipps zu Forschungsstrategie, Planung und Erhebung. Das Kapitel "Strukturierung und Interpretation des Datenmaterials" bietet einen Überblick über Grounded Theory und qualitative Inhaltsanalyse und findet seine Fortsetzung im Folgekapitel mit einem anregenden Vorschlag zum eklektischen Vorgehen. Dieser soll als Anregung verstanden werden, sich an pragmatischen Anforderungen zu orientieren und dennoch immer zu wissen und transparent zu machen, warum man etwas macht bzw. unterlässt.
Das Buch ist für PraktikerInnen, die sich mit Evaluation beschäftigen, für BeraterInnen und Studierende geeignet.

Erschienen im Verlag Texte zur systemischen Organisationsforschung

Karin Michaela Krischanitz

​Was wollen wir denn nun wirklich bewirken?

Wenn wir an Wirkungen denken, sind unsere Zielbilder nicht unerheblich. Nehmen wir das Beispiel Erwerbsarbeit. Sowohl unser neu gewählter Bundespräsident als auch unser neuer Bundeskanzler betonten in ihren ersten Statements, wie wichtig ihnen die Senkung der Arbeitslosenzahlen sei. Wie realistisch ist dieses Ziel in Anbetracht des technischen Fortschritts und einem Nachlassen der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage in unseren Volkswirtschaften? Es stellt sich die Frage nach der Art der Arbeitsplätze und den Unternehmen und Organisationen, die rasch sinnvolle und nützliche Arbeit anbieten können. Dürfen wir hoffen, dass der Sozialbereich in Betracht gezogen wird oder denken wir vordergründig an neue Straßen und produzierende Unternehmen? Ohne den Nutzen dieser Wirtschaftsbereiche in Frage stellen zu wollen, wäre es wünschenswert möglichst viele neue Arbeitsplätze in Organisationen der Sozialwirtschaft zu schaffen. In jedem Pflegeheim könnte die Lebensqualität der Bewohner/innen rasch steigen, wenn es ausreichend Personal gäbe, das für eine anregende Alltagsbegleitung ausgebildet ist und dafür bezahlt wird. Zudem ist ein Erfolg in Form von gesunkenen Arbeitslosenzahlen durch viele Jobs im Sozialbereich rascher zu erreichen, da keine neuen Maschinen angeschafft werden müssten und keine langen Vergabeverfahren zu bewältigen wären.

Was wir wirklich bewirken wollen, können wir uns auch fragen, wenn es zwar ein klares Ziel gibt, jedoch kaum geeignete Maßnahmen gesetzt werden, um es Wirklichkeit werden zu lassen. So schreibt Gerald Knaus*, der die renommierte European Stability Initiative leitet, in einem seiner höchst lesenswerten Newsletter von drei griechischen Asyl-Sachbearbeiter/innen auf Chios für 2.276 Flüchtlinge und von keinem einzigen für 500 Menschen auf Leros. Wie können diese drei Menschen bewirken, was zwischen der EU und der Türkei verhandelt wurde um das Geschäftsmodell der Schmuggler zu stören und Migrant/innen eine Alternative anzubieten?

Gerald Knaus schreibt: Words on paper are not enough. Griffige Maßnahmen sind gefragt. Und einige Arbeitsplätze für griechische Arbeitssuchende würden dadurch sicher auch entstehen.

Und wie sieht es mit dem Beschluss der Europäischen Union aus, 160.000 Menschen aus Griechenland und Italien in andere europäische Länder zu verteilen? In einem Artikel in der „Zeit“ vom 19. Mai 2016 werden 1.528 Personen genannt, die seit dem Herbst 2015 in anderen Ländern aufgenommen wurden. Unser Zutrauen an Beschlüsse wird durch diese Zahlen nicht erhöht. Umso erfreulicher ist es, dass europäische Politiker/innen die Wirkung der Vereinbarungen im Auge behalten und im Falle dieses augenscheinlichen Misserfolgs alternative Maßnahmen wie direkte Verhandlungen mit Bürgermeister/innen ins Auge fassen. Wenn es gelänge mehr Menschen in überalterte und von Abwanderung betroffene Gemeinden zu bringen, besteht auch hier die Chance auf Wachstum und neue Jobs.

Konferenzen und Konzepte wichtig. Doch wenn wir wollen, finden wir bereits jetzt ausreichend Daten um unsere Maßnahmen zu überprüfen und bei Bedarf zu justieren. Es ist an der Zeit, entschieden und mutig an wirkungsvoller Umsetzung zu arbeiten.

KMK 28.5.2016

*Gerald Knaus hält am 26. Oktober 2016 bei der Woche der Wirksamkeit den Abendvortrag zum Thema "Was sind heute noch „europäische Werte“? Gibt es sie?"

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