Zwischenfälle geschrieben von Karin M. Krischanitz - Thomas Krumpholz - Stefan Nöbauer

​Was wollen wir denn nun wirklich bewirken?

Wenn wir an Wirkungen denken, sind unsere Zielbilder nicht unerheblich. Nehmen wir das Beispiel Erwerbsarbeit. Sowohl unser neu gewählter Bundespräsident als auch unser neuer Bundeskanzler betonten in ihren ersten Statements, wie wichtig ihnen die Senkung der Arbeitslosenzahlen sei. Wie realistisch ist dieses Ziel in Anbetracht des technischen Fortschritts und einem Nachlassen der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage in unseren Volkswirtschaften? Es stellt sich die Frage nach der Art der Arbeitsplätze und den Unternehmen und Organisationen, die rasch sinnvolle und nützliche Arbeit anbieten können. Dürfen wir hoffen, dass der Sozialbereich in Betracht gezogen wird oder denken wir vordergründig an neue Straßen und produzierende Unternehmen? Ohne den Nutzen dieser Wirtschaftsbereiche in Frage stellen zu wollen, wäre es wünschenswert möglichst viele neue Arbeitsplätze in Organisationen der Sozialwirtschaft zu schaffen. In jedem Pflegeheim könnte die Lebensqualität der Bewohner/innen rasch steigen, wenn es ausreichend Personal gäbe, das für eine anregende Alltagsbegleitung ausgebildet ist und dafür bezahlt wird. Zudem ist ein Erfolg in Form von gesunkenen Arbeitslosenzahlen durch viele Jobs im Sozialbereich rascher zu erreichen, da keine neuen Maschinen angeschafft werden müssten und keine langen Vergabeverfahren zu bewältigen wären.

Was wir wirklich bewirken wollen, können wir uns auch fragen, wenn es zwar ein klares Ziel gibt, jedoch kaum geeignete Maßnahmen gesetzt werden, um es Wirklichkeit werden zu lassen. So schreibt Gerald Knaus*, der die renommierte European Stability Initiative leitet, in einem seiner höchst lesenswerten Newsletter von drei griechischen Asyl-Sachbearbeiter/innen auf Chios für 2.276 Flüchtlinge und von keinem einzigen für 500 Menschen auf Leros. Wie können diese drei Menschen bewirken, was zwischen der EU und der Türkei verhandelt wurde um das Geschäftsmodell der Schmuggler zu stören und Migrant/innen eine Alternative anzubieten?

Gerald Knaus schreibt: Words on paper are not enough. Griffige Maßnahmen sind gefragt. Und einige Arbeitsplätze für griechische Arbeitssuchende würden dadurch sicher auch entstehen.

Und wie sieht es mit dem Beschluss der Europäischen Union aus, 160.000 Menschen aus Griechenland und Italien in andere europäische Länder zu verteilen? In einem Artikel in der „Zeit“ vom 19. Mai 2016 werden 1.528 Personen genannt, die seit dem Herbst 2015 in anderen Ländern aufgenommen wurden. Unser Zutrauen an Beschlüsse wird durch diese Zahlen nicht erhöht. Umso erfreulicher ist es, dass europäische Politiker/innen die Wirkung der Vereinbarungen im Auge behalten und im Falle dieses augenscheinlichen Misserfolgs alternative Maßnahmen wie direkte Verhandlungen mit Bürgermeister/innen ins Auge fassen. Wenn es gelänge mehr Menschen in überalterte und von Abwanderung betroffene Gemeinden zu bringen, besteht auch hier die Chance auf Wachstum und neue Jobs.

Konferenzen und Konzepte wichtig. Doch wenn wir wollen, finden wir bereits jetzt ausreichend Daten um unsere Maßnahmen zu überprüfen und bei Bedarf zu justieren. Es ist an der Zeit, entschieden und mutig an wirkungsvoller Umsetzung zu arbeiten.

KMK 28.5.2016

*Gerald Knaus hält am 26. Oktober 2016 bei der Woche der Wirksamkeit den Abendvortrag zum Thema "Was sind heute noch „europäische Werte“? Gibt es sie?"

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